Detektive Beyer Zwickau

Ermittler aus Leidenschaft

Fallbeispiele

Detektiv Geschichten
Eine Befragung
… nach ca. 47 Minuten und 34 Sekunden …

„Wie sie bereits wissen, sitzen wir hier nicht aus Spaß und Langeweile zusammen. Sie wirken ziemlich intelligent auf mich. Bitte tun sie uns beiden einen Gefallen. Gehen sie davon aus, dass ich es auch bin.“

Zwischen dem Detektiv und dem Angestellten lagen die Dokumente und Bilder. „Ich trink mal was…“ sagte der Angestellte und lehnte sich entspannt zurück. „Sie müssen mir das erstmal beweisen.“

„Das ist ihre Meinung. Sie denken also ich muss ihnen das beweisen?“

Der Detektiv ordnete seine Papiere, lehnte sich ebenfalls auf seinem Stuhl nach hinten, verschränkte zusätzlich seine Arme hinter seinem Kopf und lächelte. „Da liegen sie etwas falsch junger Mann. Ich muss gar nichts. Ich bin nicht die Polizei. Sie müssen mir nichts sagen und ich ihnen nichts beweisen. Aber wissen sie. Ich kann ihnen etwas bieten. Mir ist es letztlich egal, was sie machen. Ich werde von einer Firma dazu bezahlt hier zu sitzen und mit ihnen Kaffee zu trinken.“

Das Lächeln aus dem Gesicht des Angestellten verschwand. Der Detektiv stand auf und ging hinaus. Er sagte dabei kein Wort. Auf dem Tisch ließ er die Unterlagen liegen. Sein Partner saß noch im Raum. Er schwieg. Er schaute auf sein Handy, checkte seine Nachrichten. Zumindest glaubte der Angestellte das. … weitere 7 Minuten und 15 Sekunden später…

Der Detektiv betrat erneut den vorbereiteten Raum. Er ging zum vorbereiteten Tisch, auf dem sich Getränke und Speisen befanden. Dabei sagte er „… auf Toilette ging mir gerade etwas Witziges durch den Kopf. Ich frage sie gar nicht ob sie das hören wollen. Ich erzähl es einfach.“ Er trank einen Schluck Kaffee. „Neulich war ich in einer Firma, für eine sehr renommierte Detektei. Der Name wird ihnen nichts sagen, deshalb lasse ich ihn weg. Aber gehen wir mal davon aus, das dieser Name auch gar keine Rolle spielt. Es geht um die Tatsache, dass in deren Fall alle Beweise vorhanden waren und die Mitarbeiter trotzdem weiter darauf beharrten, nichts getan zu haben. Sie leugneten einfach, weil sie wussten, wenn sie zusammenhalten, passiert nichts.“

Der Detektiv trank einen weiteren Schluck Kaffee. Dabei sah er aus dem Fenster, beobachtete das Treiben auf der Straße, vor dem Hotel. Es war leise. Die Fenster waren schalldicht. Er hasste geschlossene Fenster.

„Jetzt kommt es. Einer dieser Mitarbeiter hatte etwas zu verlieren. Quatsch. Das ist falsch was ich sage. Alle hatten etwas zu verlieren. Sie alle hatten bzw. haben ein Leben. Einer der Mitarbeiter war so vernünftig, dass er am Ende begriff, dass es günstiger war ein Angebot anzunehmen, als es abzulehnen. Am Ende fiel deren gesamtes Lügengeflecht zusammen.“

Der Detektiv kam jetzt zurück zum Befragungstisch. Er lächelte nicht mehr. Sein Partner legte sein Handy weg. Beide schauten den Angestellten an. „Was denken sie?“

„Wie? Was ich denke?“

„Sie hören mir nicht zu, oder? Ich hatte ihnen gesagt, sie sollen mich nicht beleidigen.“

„Ich beleidige sie nicht. Ich verstehe nicht was sie wollen.“

„Doch. Sie beleidigen mich. Ich habe ihnen erklärt, dass sie davon ausgehen sollen, dass ich mindestens genauso gerissen bin wie sie. Sie beleidigen mich, wenn sie davon ausgehen, dass ich es nicht bin.“

Der Detektiv griff in seine Tasche. Er zog ein Blatt Papier aus der Tasche. „Sie sind 42 Jahre? Sie sind gerade 4 Jahre in diesem Unternehmen. Richtig?“

„Das hatten wir schon. Wieso fragen sie mich das nochmal.“

„Sie sind im besten Alter. Familie. Kind. Haus. Auto. Wieso denken sie nehme ich mir die Zeit mich mit ihnen auseinanderzusetzen? Wieso denken sie eigentlich macht ihnen ihr Arbeitgeber das Angebot mit mir sprechen zu dürfen?“

„Ich dachte es sei ein normales Personalgespräch. Woher sollte ich wissen, dass sie mir das vorwerfen. Ich habe keine Ahnung wovon sie die ganze Zeit sprechen.“

„Gehen wir davon aus, dass ich ihnen für die nächsten drei Minuten glaube. Erklären sie mir dann folgende Beobachtung….“

Schweigen. … 3 Minuten und 19 Sekunden später …

„Sie sagen nichts. Hat es ihnen die Sprache verschlagen?“

Schweigen. „Ich freue mich darüber.“

„Worüber freuen sie sich? Machen sie sich lustig über mich?“

„Nein, ganz im Gegenteil. Ich freue mich darüber, dass sie endlich anfangen mir zuzuhören und nachzudenken. Passen sie auf. Wir geben ihnen jetzt einige Minuten Zeit. Überlegen sie, wie sie ihre weitere berufliche Zukunft gestalten wollen. Es ist alles gesagt. Sie kennen die Möglichkeiten.“

Die beiden Detektive gehen gemeinsam mit dem Angestellten aus dem Raum. Der Angestellte raucht, allein. … 38 Minuten und 3 Sekunden später…

„Sie haben lange nachgedacht. Wie haben sie sich entschieden?“

„Sie können aufhören mich zu befragen.“

„Das ist eine recht dürftige Antwort für die lange Bedenkzeit. Aber gut. Wenn sie nicht mit uns reden möchten, ist das natürlich eine Entscheidung. Die Konsequenzen wurden ihnen dargelegt.“

„Nein. Ich möchte, dass sie aufhören mich zu fragen. Ich erzähle ihnen alles. Ich will keine Fragen dazu. Ich unterschreibe alles was sie wollen.“

„Gut. Ich schweige und höre zu. Haben sie etwas dagegen, wenn ich mitschreibe?“

… 93 Minuten und 48 Sekunden später…

„Ich denke wir haben jetzt alles. Danke für ihre Mitarbeit. Ihr Vorgesetzter wird sich gleich im Anschluss noch mit ihnen besprechen. Mit ihm können sie dann alles andere klären.“

Der Angestellte verließ wortlos den Befragungsraum und ging zu seinem Vorgesetzten ins Büro.

Beide Detektive saßen noch am Tisch der Befragung.

„Hättest du gedacht, dass er redet?“

„Ehrlich gesagt? Nein. Er ist wirklich ein schlaues Kerlchen und wusste was wir wollen. Glücklicherweise hat er bemerkt wo sein Denkfehler war.“

Beide Detektive verließen das Hotel, ohne Blumen und Geschenke. In einer Bar belohnten sie sich selbst für ihre Arbeit.

* Diese Geschichte steht in keinem Zusammenhang mit Ermittlungen unserer Detektei. Es handelt sich um eine mögliche Situationsbeschreibung davon, wie eine eine Befragung durchgeführt werden kann.

DIE NADEL

Hätte man eine Nadel fallen lassen, keine Ahnung, wahrscheinlich wäre sie zu Boden gefallen und vielleicht hätte man den Aufschlag der Nadel vernommen, vielleicht aber auch nicht, beachtet man die Tatsache, dass der Boden aus Linoleum bestand und deshalb ein gewisses Abfedern der Nadel zu erwarten gewesen wäre.

Letztlich hat keiner der im Raum Anwesenden eine Nadel fallen lassen, auch kein Skalpell.
Die Spannung war unerträglich, wusste doch im Prinzip jeder im Raum was im anderen vorging, was der andere dachte, warum er es dachte.

Einige Wochen zuvor wusste zumindest eine Person im Raum nicht was die anderen wussten.

Diese eine Person spürte jedoch aber, dass sich ihr Mann verändert hatte. Er konnte ihr nicht mehr in die Augen schauen, wich ihren Blicken ständig aus.

Sicher, die unterschiedlichen Bereiche ihrer Arbeit räumte jedem einen gewissen persönlichen Freiraum ein. Nur ahnte sie nicht, dass dieser Freiraum von ihm anders interpretiert wurde.

Das Bauchgefühl stimmte nicht. Irgendetwas stimmte mit ihm nicht. Diesem Bauchgefühl nachzugeben widerstrebte ihr. Vielleicht lag es ja doch an ihr. Ja, sie hatte zwei Kinder bekommen, sie war keine 20 mehr, aber sie war liebende Mutter, sie war eine gute Ehefrau. Sie bildete sich das doch alles ein, oder?

Während des spätabendlichen Fernsehprogramms unterbrach sie ihr Zappen bei einem Privatsender, der einen Beitrag über Privatdetektive im Einsatz ausstrahlte. Plötzlich erschrak sie bei der Übereinstimmung, der im TV gestellten Szenen, mit ihrem eigenen Leben.

DAS Bauchgefühl war nun nicht mehr zu verdrängen.

Der Privatermittler erklärte ihr im Gespräch den Unterschied zwischen Fernsehen und Realität. Viele Kunden erachteten die gestellten Szenen und kreierten Superhelden als Realität und wirkten oft verwirrt und enttäuscht, wenn er sie aufklären musste, dass Informationen nicht einfach so vom Himmel fallen und manchmal eine sehr lange Zeit vergehen würde, bis eine Situation eintritt. Natürlich könnte man dies im TV nicht zeigen, da damit alle Sendezeiten überschritten würden und die Zuschauer sehr schnell gelangweilt wären.

Sie grübelte.

Sie wurde selbst zur Schnüfflerin und achtete auf alles was ihr der Ermittler geraten hatte. Sie war ihm dankbar, wusste aber, dass sie ihren BEWEIS nur über ihn bekommen würde.

Wenige Wochen später traf sie den Ermittler erneut. Sie legte einen Aktenordner vor ihm ab. Der Ermittler schmunzelte und bedankte sich.

Informationsfülle. Der Ermittler bekam Kopfschmerzen beim Analysieren der 96 Seiten.

Nach einigen Tagen hatte er die Lösung gefunden. Dann ging alles sehr schnell. Zielsicher.

DER Mann arbeitete, jeden Tag verließ er pünktlich die Arbeit und traf fast genauso pünktlich zu Hause ein.

Er verhielt sich nicht wie geplant.

Sie verzweifelte, hatten doch ihre eigenen Ermittlungen etwas völlig anderes ergeben.
Hatte er etwas mitbekommen? Hatte sie zu viel geschnüffelt?

Dann kam eine ihrer Kolleginnen, nach einem Urlaub, wieder auf Arbeit.

Der Privatermittler sagte ihr einen Tag später: “… wir haben ihn erwischt…”

Fall Teneriffa

Case Teneriffa

TAG I

Ein halbes Jahr Ermittlungen. Nun stehen wir hier, auf der Insel, Teneriffa. Toll.

Dumm nur, dass uns an der Adresse, die wir ermittelt haben, eine völlig falsche Person die Tür öffnet, ein Engländer. Und wirklich gesprächig ist der gerade nicht. Wir erhalten nur ein Murren.

Die netten spanischen Nachbarn können uns auch nicht weiterhelfen.

Ich gebe die Information aktuell an die Auftraggeberin weiter, die natürlich wenig erfreut darüber ist.

Der spanische Detektiv und ich erholen uns erstmal vom Schock der Erfolglosigkeit, bei einem kleinen Kaffee und in der Morgensonne.

Wir schauen uns beide an und haben in diesem Moment die gleiche Idee. Was wenn der gute Herr den Engländer nur an die Tür geschickt hat?

Er muss ja irgendwo einkaufen gehen, Essen gehen, Tanken gehen. Er muss ja raus aus dem Haus.

Gesagt, getan. Auto. Fahren.

Wir sitzen auch gleich in der richtigen Bar, so ein Zufall. Die Bedienung äußert, in mir unverständlichem Spanisch, dass sie die gesuchte Person kenne, auch auf dem Bild erkenne.
Wir sind happy und fragen uns durch den gesamten Ort. Natürlich erhalten wir dabei auch widersprüchliche Aussagen. Komisch dabei ist nur, dass der gute Herr wohl erst 2 Wochen vorher in einem Supermarkt einkaufen gewesen sein soll.

Auto. Fahren. Meeresblick.

Im Supermarkt angekommen, verstummt unsere Freude während des Kopfschüttelns der Angestellten. Rückschlag.

Nächster Kaffee und ein frisch gepresster Orangensaft, Mittagssonne, kein Meeresblick.

Ab ins Auto und nochmal von vorn.

Wir sitzen zusammen und besprechen die vorliegenden Informationen. Wir können alles auf einen Bereich im Umkreis von ca. 3 Kilometern eingrenzen. Irgendjemand muss den Herren kennen.

Wir fragen weiter. Wir fahren weiter.

Eine Barfrau sagt und dann, sie habe eine ähnliche Person am Vortag in einer Autowerkstatt gesehen. Die Werkstatt ist leider zu.

Ein Freund des Gesuchten Betrügers wohnt 500 Meter von uns entfernt. Ein kurzer Weg.

Auto. Heiß. Klimaanlage.

Ich klingle, etwas überraschend für meinen spanischen Freund. Er schaut mich fragend an. Ich sage, wir sind hier, ich warte nicht.

Eine Frau öffnet. Ich erzähle ihr eine Geschichte, die sie mir offensichtlich glaubt, mir als „Schwiegermuttertyp“. Sie lächelt. Ich lächle. Sie gibt mir die Nummer ihres Sohnes.

So, jetzt haben wir zumindest die Nummer des Mittäters, sage ich. Der Spanier lacht.

Auto. Immer noch heiß. Fahren. Meeresblick. Nahrungsaufnahme. Informationsaustausch mit Auftraggeber.

Am Abend suchen wir den eigentlichen Tatort auf, dort wo unsere Auftraggeberin abgezogen wurde.

Fußmarsch. Sunset. Meeresbrise.

Wir stellen fest, dass alles sehr nah beieinander ist. Das Hotel, in dem unsere Auftraggeberin durch den gesuchten Betrüger übers Ohr gehauen wurde. Das Cafè des Mittäters. Das sind nicht mal 500 Meter. Auch hier muss man die Typen ja irgendwie kennen.

Und dem ist auch so. In einer Bar teilt man uns mit, dass der ehemalige Besitzer „des Cafè’s“ seit einiger Zeit nicht mehr hier ist.

Wir treffen uns mit einem spanischen Anwalt.

Livemusik. Cider. Neue Informationen.

Beim Gespräch mit dem Anwalt stoßen wir auf eine neue heiße Spur.

Aber es ist Nacht. Wir sind müde.

Im Hotelzimmer herrschen gefühlte 5000 Grad. In der Nacht wache ich auf, schweißgebadet.

TAG II

Ich bekomme meine Augen kaum auf. Es ist 8 Uhr. Der Ventilator hat meinen Schlaf nicht wirklich verbessert. Die Hitze im Hotelzimmer ist unerträglich.

Suboptimaler Tagesstart!

Trotz allem. Wir stehen eine halbe Stunde später im örtlichen Polizeirevier. Dort kennt man den gesuchten Mann nicht, auch keinen seiner Freunde. Zumindest entnehme ich diese Information dem Kopfschütteln der sehr maskulin wirkenden Beamtin. Auch mein spanischer Kollege wirkt nicht wirklich erfreut. Seine Stirn liegt in Runzeln.

Espresso. Orangensaft. Autofahrt.

Wir erreichen erneut diesen einen Ort. Unaussprechlicher Name. Nennen wir ihn Hauptort.

Wir frühstücken erstmal um ein Gefühl für die Menschen und den Hauptort zu bekommen.

Wir denken nach.

Der Typ wird ja wohl irgendwann mal auf die Post gehen. 10 Minuten später stehen wir vor dem Postamt. Und… witzig… WESTERN UNION. Wieso sucht sich eine Person solch ein verlassenes Dörfchen aus, indem es diese Möglichkeit des Geldtransfers gibt.
Die Postbeamtin bestätigt uns sofort, dass sie den Namen der gesuchten Person kennt. Man bittet uns in ein Büro. Dort schaut uns ein Postbeamter an und äußert, dass wir nicht das richtige Foto zur Person haben. Die Anschrift stimmt. Das Foto nicht.

OK!

Der Postbeamte murmelt irgendwas von Tod und Makler. Mein spanischer Kollege wirkt aufgeregt. Nur spricht er in diesem Moment nicht mit mir. Wir jagen zum Auto, springen rein und düsen in den Nachbarort. Ich weiß nicht warum.

Kein Espresso.

Beim Aussteigen schneide ich mir die Hand am Vulkangestein auf (nur nebenbei).

Auf dem Weg zum Maklerbüro erzählt mir der spanische Kollege, dass der Makler das Haus der gesuchten Person verkauft hat, nachdem dieser „angeblich oder vielleicht wirklich” verstarb.

Wir stehen vor dem Maklerbüro. Nach 10 Minuten Wartezeit, im Wartebereich, bittet uns der Makler hinein.

Spanische Konversation. Kopfnicken. Zustimmendes Nicken des spanischen Kollegen. Unwissende Blicke meinerseits. Der Makler war scheinbar ein Freund der gesuchten Person. Er teilt uns viele interessante Details mit, über die Finanzen des Gesuchten und auch mehr.

37 Minuten später verlassen wir das Büro. Wir fahren erneut in den Ort, in diesen Ort, diesmal direkt zum Friedhof. 3 Minuten später stehen wir vor dem Grab der gesuchten Person. Aber irgendwas stimmt nicht. Fast alle Gräber haben einen Grabstein, diese Grabstätte… nur mit einem Pinsel den Namen flüchtig hingeschmiert? Merkwürdig.

Espresso. Wasser. Fußmarsch zur Registratur.

Es existiert sogar ein Totenschein. Man könnte jetzt fast glauben, der gesuchte sei tatsächlich tot.

Aber was stimmt hier nicht?

Der den Tod feststellende Arzt stammt aus dem Ort, von dem aus die ganzen Betrugshandlungen begangen wurde. Der Arzt ist nicht mal Spanier und warum sollte der Tod durch jemanden bestätigt werden, der nicht für diesen Ort zuständig ist.

Wir fahren zur Polizei. Der Makler hatte uns gesagt, dass bereits Interpol hinter dem Typ hinterher war. Komischerweise kamen die 2 Wochen nach seinem HERZINFARKT an seiner Anschrift an.

An dieser Stelle fragte ich den spanischen Kollegen, warum denn eigentlich sein Freund, den wir unter Legende angerufen hatten, nicht wusste, dass der Gesuchte auf dem Friedhof liegt.

Wir schauen uns an. Richtig. Dort ist der Fehler.

Die Polizei eröffnet uns gegenüber jedenfalls, dass unsere Auftraggeberin nur eine von unzähligen Geschädigten ist. Es gab in diesem Fall schon fast ein Dutzend Festnahmen, nur der Haupttäter, also die von uns gesuchte Person, ist leider durch Tod abwesend.

Wir sitzen am Abend noch lange mit der Auftraggeberin zusammen und besprechen den Fall.

Wühlmaus

Wühlmaus

 

 

>> Ja, bitte? <<

Der anonyme Anrufer schwieg mehrere Sekunden. Auch der Detektiv verspürte nicht das Interesse weitere Worte zu sagen. Es kam immer wieder vor, dass ein Anrufer seine Identität damit zu verschleiern versuchte, indem er seine Nummer unterdrückt.

>> Bin ich da richtig in der Detektei? << fragte der Anrufer.

>> Na, ich würde sagen, wenn sie die Nummer der Detektei gewählt haben, dann sind sie wohl auch richtig… <<

>> Entschuldigen sie, dass ich anonym anrufe, aber man weiß hier leider nicht mehr, wem man trauen kann. << flüsterte es am anderen Ende der Leitung.

Der Detektiv verzog die Augenbrauen, natürlich sah das der Anrufer nicht. Ob er es spürte, weiß man nicht.

>> Schon wieder ein Verfolgter… << dachte der Detektiv.

>> In meinem Unternehmen… <<

Der Detektiv setzte sich gerade hin und nahm einen Stift in die Hand.

>> … laufen seit einigen Monaten die merkwürdigsten Dinge ab. Es wäre mir am liebsten, wenn wir uns irgendwo an einem diskreten Ort treffen würden. Da könnte ich Ihnen die ganze Geschichte erläutern. <<

>> Das können wir gerne machen. Darf ich trotzdem vorher fragen, wie ihnen meine Detektei weiterhelfen kann oder soll? Verstehen sie mich nicht falsch, viele rufen hier einfach an und denken wir könnten alles tun, so wie im Fernsehen. Gewisse Sachen, eigentlich fast alle, laufen im realen Leben etwas anders ab, als man das im TV vermittelt bekommt. << antworte der Detektiv mit ruhiger und klarer Stimme.

>> Ich verstehe sie, ich habe ja auch eine Firma. Ich rufe sie an, weil ich weiß, dass sie mir helfen können. Ich finde es auch gut, dass ich gleich einen Detektiv am Telefon habe und nicht eine Sekretärin irgendwo ganz weit weg. Ich will jemanden, der auch wirklich von hier ist und nicht am anderen Ende Deutschlands sitzt. << kam es jetzt etwas sicherer durch den Hörer.

Der Detektiv schlug der Anruferin einen Treffpunkt vor.

 

… 2 Tage später.

 

In einem Cafè in Leipzigs Südvorstadt saßen sich der Detektiv und die Unternehmerin gegenüber. Beide wussten jetzt, dass das gegenseitige Misstrauen unbegründet war.

>> Ich freue mich, dass sie die Zeit gefunden haben. << sagte die Unternehmerin. >> Es ist schwer in einer solchen Situation Vertrauen zu jemandem aufzubauen. Da sie mir am Telefon nichts verkaufen wollten, sondern mir ziemlich deutlich gesagt haben, dass immer auch die Möglichkeit besteht, man bilde sich Dinge nur ein… nur aus diesem Grund habe ich dem Treffen zugestimmt. <<

>> Es bringt nichts einem Kunden etwas zu verkaufen. Der Kunde hat immer irgendein Problem, deshalb ruft er an. Viele Probleme kläre ich gleich am Telefon, denn manchmal brauchen Menschen einfach nur einen Rat oder eine klare Ansage, dass es unverhältnismäßig ist, eine Observation oder eine Ermittlung überhaupt zu starten. Ich nehme nur Fälle an, die mich auch interessieren oder die mir so knifflig erscheinen, dass es mir im ersten Moment so erscheint sie wären eventuell nicht lösbar. Doch kein Fall ist unlösbar. << erwiderte der Detektiv, sichtbar zufrieden mit seiner Ausführung.

Beide saßen über 3 Stunden im Café.

Die Unternehmerin erzählte dem Detektiv ihre Geschichte. Sie ließ dabei nichts aus, denn der Detektiv hatte ihr klar gemacht, es wäre sinnfrei die Details auszulassen, da es genau diese seien, die die Lösung bedeuten könnten.

Am Ende des Gespräches äußerte die Unternehmerin >> … ich verstehe es einfach nicht… ich sitze die ganze Zeit im Büro, rackere und habe tolle neue Ideen. Nur leider sehe ich sie wenige Tage später bei der Konkurrenz. Was denken sie? Es ist doch nicht normal!!! << Die Frau war aufgewühlt und verzweifelt.

>> Gut. Es waren jetzt einige, ehrlich gesagt sehr viele, Informationen. Ich schlage ihnen vor, ich schlafe eine Nacht drüber und sie, darum bitte ich sie, notieren weiterhin alle Auffälligkeiten und das was ihnen heute Abend oder in der Nacht noch einfällt. <<

Der Detektiv schlug sein gebundenes Notizheft zu und legte seinen kupferfarbenen und abgegriffenen Füllhalter daneben.

Mitternachts lag der Detektiv im Bett. An Einschlafen war nicht zu denken. Es ist wie beim Rubik`s Cube. Die Farben wollten einfach nicht übereinstimmen.

Nach 2 Stunden fiel der Detektiv in einen tiefen Schlaf. Der Würfel war gefallen. Die Farben stimmten.

Am nächsten Nachmittag übernahm er einen Stapel Notizen von der Unternehmerin und sagte ihr dabei, >> Ich löse es. <<

 

…. 9 Wochen später.

 

>> Man hat versucht, sie auszuspionieren. Die beiden Typen, die das versucht haben, arbeiteten früher mal bei der Konkurrenz. << äußerte der Detektiv, während er in seinem Dossier herumblätterte, ohne dabei den Blick zu heben.

>> … sagen wir so, es handelt sich um problematisch strukturierte Persönlichkeiten. Glücklicherweise sind es eben deren Probleme, die sie angreifbar machen. Wir gehen folgendermaßen vor: 1. … <<

 

… 1 Jahr später im Gerichtssaal.

 

Die Unternehmerin saß neben ihrem Anwalt.

Gegenüber der Unternehmerin saßen ihr ehemaliger Freund Herr X. und eine Mitarbeiterin ihrer Firma.

>> Kommen wir nochmal zurück auf den Anfang. Wie hatten sich Herr X. und die Unternehmerin nochmal kennengelernt? << fragte der Richter.

>> Na ja. Ich kann ihnen erklären, wie Herr X. die Unternehmerin kennenlernen wollte und die Klägerin dann auf ihn hereinfiel. << antwortete der Detektiv.

Das Liebesnest
… über die Autobahn gen Osten… die Detektive folgen ihm… „Wollte der nicht zu einem Seminar?“

 

Die Detektive reden die ganze Zeit am Telefon, bis plötzlich einer der beiden sagt: „… der wird doch nicht.. die fahren doch jetzt nicht echt nach Prag?!“

„Hast du deinen Ausweis mit?“ fragt ein Detektiv den anderen. „Natürlich nicht, ich bin nur kurz ins Auto gesprungen als du mich angerufen hast.“

„Ich ruf mal die Klientin an, leg mal kurz auf.“ sagt der Einsatzleiter.

Der Einsatzleiter ruft die Ehefrau des vor ihm fahrenden Fahrers an.

Die Klientin wirkt aufgewühlt und völlig angespannt. Am Telefon sagt sie: „Fahren sie weiter. Verfolgen sie ihn. Ich will`s wissen. Der soll mich nicht weiter veralbern. Der kommt mit seinen Lügen immer davon…“

An einer Kreuzung in Dresden bleibt der Ehemann der Klientin an einer Ampel stehen. Die Geliebte legt ihren Kopf auf seine Schultern.

Die Hatz durch Dresden ist anstrengend. Rush Hour. Alles steht. Der Ehemann ist kaum zu halten. Beide Detektive bleiben an dessen Fahrzeug, mal direkt dahinter, mal mit großem Abstand. Das Glück ist heute auf der Seite der Detektive.

Plötzlich fährt er wieder aus der Stadt, wieder in Richtung Autobahn, wieder in Richtung Prag.

Der Abstand ist zu groß, er ist kaum noch zu halten. Und dann, doch… „da vorn fährt er, er fährt ab, ich habe ihn wieder…“ ruft ein Detektiv ins Telefon.

Die Klientin wird permanent informiert. Das Jonglieren mit den Anrufen gelingt. Sie sagt hart und bestimmend: „Fahren sie weiter. Folgen sie“.

Es wird langsam später, der Abend beginnt. Die Straßen werden schmaler. Die schroffen und zu dieser Tageszeit unwirklich erscheinenden Felsen des Elbsandsteingebirges nehmen die Detektive nicht wahr. Sie sind fixiert auf ihr Ziel, den Ehemann, die Geliebte.

Eine Sackgasse. Beide Ermittler müssen den Ehemann fahren lassen, um die Diskretion nicht zu gefährden, um die Klientin zu schützen.

Nach wenigen Sekunden des Wartens folgen die Detektive der Spur des Fahrzeuges, in die Sackgasse, zum Liebesnest.

Der Ehemann steht bereits mit der Geliebten vor dem Fahrzeug. Beide wirken entspannt und lachen.

Verliebt und blind für andere Dinge ziehen der Ehemann und seine Geliebte die Koffer hinter sich her, als sie in ihr Hotel gehen.

Beide Detektive sind jetzt entspannt. Erfolg. Er hat sie zum Liebesnest geführt.

Der Einsatzleiter telefoniert mit der Klientin, der betrogenen Ehefrau. „Seien sie stark…..“

Am nächsten Tag erhält der Einsatzleiter einen Anruf von der betrogenen Ehefrau….

„… ich war gerade bei ihm, habe geklopft… seine Geliebte hat das Hotelzimmer aufgemacht… ich war stark und habe ihm gesagt, er braucht nicht wieder nach Hause zu kommen…“.

Die Sachen des Ehemanns standen bereits vor dessen Auto. In Müllsäcken.

Diese Müllsäcke wirkten surreal in dieser bezaubernden Landschaft, dem Elbsandsteingebirge. Und doch verliehen sie dem Fall die nachhaltige Würze, über die man noch lange nachdenkt… als Detektiv.

Sorge? Berechtigt!

Der Detektiv genoss seinen morgendlichen Kaffee, die Ruhe in seinem Büro, das nicht schellende Telefon und den Blick über die Wiese, die sich vor seinem Haus ausbreitete.

Die halbe Stunde vor dem ersten Kundentermin des Tages füllte er mit Nichtstun, was immer häufiger selten vorkam.

Selbstverständlich ist die unbeabsichtigte Verkürzung dieser selten gewordenen Auszeit durch das vorzeitige Erscheinen der Kundin unangebracht.

Aber, er würde ebenfalls immer 5 Minuten eher bei einem Termin sein.

Die Kundin hat ihn zumindest nicht versetzt. Ein paar Tage zuvor hatte er seine Kinder am Wochenende vertrösten müssen, da ein Kunde ein persönliches Gespräch erbeten hatte. Und was war passiert? Samstag. Vormittag. Er fuhr umsonst an den vereinbarten Ort. Er hasste es versetzt zu werden. Manche Kunden dachten wahrscheinlich, er würde nur darauf warten, für sie den gesamten Tagesplan, bestenfalls am Samstag, über den Haufen werfen, um ihnen seine Hilfe anzubieten. Das ist Verschwendung von Lebenszeit! Was dachten sich die Leute dabei. Es gibt Telefone, da kann man ja wenigstens anrufen und absagen.

Die Kundin war aufgeregt, aber freundlich.

Im Gespräch stellte sich heraus, ihr Ex-Mann behandelte das gemeinsame Kind nicht so wie man es tun sollte.

Er beruhigte die aufgelöste Frau und erklärte ihr was er für sie tun konnte.

Gleichzeitig gab er ihr die Visitenkarte eines Anwaltes. Sie brauchte definitiv einen Anwalt und zwar einen guten.

Der Detektiv war in solchen Fällen extrem motiviert. Nichts war schlimmer als ein misshandeltes und schlecht behandeltes Kind.
Nur glaubte der Frau niemand. Kein Gericht, das Jugendamt nicht, nicht mal die Freunde.

Konnte sich der Ex-Mann so verstellen?

Das galt es herauszufinden.

Die Frau erzählte die ganze Geschichte, alle Einzelheiten, die sie im Laufe der Zeit wahrgenommen und selbst dokumentiert hatte.

Der Detektiv brütete mehrere Tage über mögliche Varianten, wie er dem Kind, der Frau, helfen könne.

Am Telefon sagte er ihr Tage später, es wird schwer, aber ich habe eine Idee.

Der Detektiv trommelte seine besten Ermittler zusammen. Dann legten sie gemeinsam los.

Die Ermittlungen zogen sich über mehrere Monate hin. Die Mutter war teilweise verzweifelt und der Detektiv ermutigte sie immer wieder dazu Geduld aufzubringen.

Geduld? Der Detektiv verzweifelte. Er kannte den Begriff Geduld selbst nicht, obwohl er andere dazu ermutigte.

Doch ohne Geduld und das notwendige Fingerspitzengefühl lässt sich kein Fall aufklären.

Das wusste der Detektiv.

Der Detektiv wunderte sich während seiner Ermittlungen, wie der Ex das solange verheimlichen konnte.

Die Ergebnisse der Ermittlungen waren eindeutig.

Die Sorge der Mutter war berechtigt.

Das Jugendamt schenkte der Mutter, aufgrund der Beweise des Detektives endlich die notwendige Aufmerksamkeit.

Beim Abschlussgespräch mit dem Detektiv wirkte die Frau erleichtert.

Ihr Lächeln und das Strahlen ihrer Augen waren für ihn Motivation genug auch zukünftig den Kompromiss des vorzeitigen Endes der Beobachtung der Wiese zu akzeptieren.

Untreue
Der Privatermittler saß ihr gegenüber.

Sie erzählt ihm, dass sich ihr Mann schon seit Wochen so komisch verhält.

„ Seit diese neue Kollegin mit in seiner Abteilung arbeitet, bleibt er immer lange auf Arbeit und ist auch morgens der Erste dort….“.

Und zu Hause… da läuft seither nichts mehr. Ständig hat er sein Handy in der Hand und lächelt während er schreibt.

Mit den Gedanken ist er auch nicht mehr zu Hause. Seit zwei Wochen geht er jetzt noch ins Fitnessstudio.

Er kauft sich neue Sachen, er ist einfach nicht mehr so wie früher… und das nach 16 Jahren Ehe.

Sie liebe ihren Mann natürlich noch. Aber derzeit kennt sie ihn nicht mehr.

Sie weiß, dass da eine andere sein muss…

Die Ermittlungen in diesem Fall bestätigten die Vermutungen der Ehefrau. Ihr Ehemann lebte ein zweites Leben mit seiner Kollegin. Die Auftraggeberin hat jetzt Gewissheit und kann ein neues Leben beginnen.

Doppelleben
Es ist 07:30 Uhr. Er verlässt das Haus. Wie jeden Arbeitstag trägt er die gleiche Ledertasche mit der rechten Hand, die er in unregelmäßigen Abständen und beinah unmotiviert kontrolliert.

Manchmal ist er recht zeitig zurück von der Arbeit, sein Anzug ist dann immer voller Kreide und er riecht nach Kaffee, stinkt nach Rauch.

Er spricht nie darüber, weder seine Arbeit, die Schule, nicht über die Kinder, auch nicht über seine Kollegen.

Er erledigt seine Hausarbeit gewissenhaft und gründlich. Die Wohnung gleicht einem Krankenhaus, klinisch rein. Das Bügeln geht er leidenschaftlich an, bislang der einzig erkennbare Höhepunkt im so langweilig erscheinenden Tagesablauf dieses Mannes.

Schon über Jahre verhält er sich so.

Seine Frau fährt in ihren Ausführungen fort.

Als sie ihn eines Tages auf Arbeit besuchte, ging sie so schnell wie sie kam, aber irritiert. Er war nicht auf Arbeit.

Als er an diesem einen Tag nach Hause kommt… keine Veränderung. Er verhält sich wie immer, stellt seine Ledertasche auf die Flurgarderobe, zieht seine Jacke aus und geht dann in das Wohnzimmer.
Als er sich auf die Couch setzt, wartet sie, darauf, dass er etwas sagt, auf irgendeine Reaktion.

Nichts.

Sie spricht ihn nicht darauf an. In der Vergangenheit hat er sich immer weiter zurückgezogen, immer wenn sie in fragte, wie es auf Arbeit war oder was seine Kollegen so taten.

Immer mehr durchzog sie dieses ungute Gefühl. Ungewissheit. Was war mit ihm los? Hatte er vielleicht Probleme? Kreide? Kinder? Sie hatte Angst.

Der Druck war zu groß für sie, sie brauchte die Hilfe. Sie brauchte die Gewissheit, auch wenn die Möglichkeit bestand, dass sie Dinge erfuhr, die ihren Mann in ein anderes Licht setzen würden.

….

Ihr Telefon klingelt.

„… ihr Mann ist wie immer 07:30 Uhr aus dem Haus. Eigentlich ist alles wie sie es uns beschrieben haben. Aber wir haben etwas gefunden. Das würden wir lieber persönlich mit ihnen besprechen. Wann passt es ihnen? Es drängt.“

Sie zitterte als der Detektiv anfing zu erzählen was er an diesem Tag beobachtet hatte.

„… sie brauchen keine Angst mehr haben. Es ist leider doch anders als sie oder wir uns das im Vorfeld gedacht hatten…“

An diesem Tag kam er nach Hause, zur gleichen Zeit wie immer. Er hatte Kreide an seinem Anzug und roch nach Zigarettenrauch. Sein Atem roch nach Kaffee. Er stellte seine Ledertasche auf die Flurgarderobe, zog seine Jacke aus und ging ins Wohnzimmer. Dann setze er sich auf die Couch.
Seine Frau wartete bereits auf ihn.

„ Ich habe deine Sachen bereits in einen Koffer und mehrere Müllsäcke gesteckt. Das Zeug steht im Keller. Wenn du gehst, leg bitte deinen Schlüssel auf den Tisch… und ich wünsche dir viel Glück mit deiner neuen Familie.“

Jäger und Gejagte
Es war noch am Abend, als er zu Fuß aufbrach, sich von seinem Fahrzeug verabschiedete. Mit samt seiner Ausrüstung stampfte er lustlos durch den dunklen Wald.

Licht? Nein. Zu auffällig.

Bereits Wochen vorher hatte er im Wald einen Jägerstand gefunden, der ihm als geeigneter Beobachtungspunkt erschien.

Als Jäger verkleidet auf dem Jägerstand. Eine gute Variante.

Kurz nach Mitternacht hatte er seine Position im Jägerstand gefunden. Entspannung durchfuhr seinen Körper. Dabei dachte er… jetzt nur nicht die Spannung verlieren. Wach bleiben.

Kurz nach 1 Uhr morgens knackt es hinter ihm. Er wachte auf und zuckte zusammen. Doch eingeschlafen. Mist. Hoffentlich waren die Typen nicht schon da. Das Wild rannte am Jägerstand vorbei, ohne ihn zu bemerken. Die Tarnung stimmte also noch. Geschnarcht hatte er also auch nicht. Wild wäre ihm sonst aus dem Weg gegangen.

Nach 2. Müdigkeit. Kälte. Die Beobachtung ging in die zähe Phase über.

Seine Ermittlungen im Vorfeld zeigten, dass sie immer zwischen 2 und 4 kamen.

Zwei Scheinwerfer am anderen Ende des Feldes. Durch die Linse konnte er ihr Fahrzeug deutlich sehen. Es waren Vier. Er war allein.

Die Vier gingen koordiniert vor. Profis.

Sie liefen langsam und geräuschlos am Waldrand. Einer von ihnen hatte das passende Werkzeug dabei. Er zerschnitt auch den Zaun. Sie waren drin.

Der Puls schlug ihm bis zum Hals. Jetzt nichts überstürzen. Ihm ging die ganze Zeit durch den Kopf… lass sie, bleib ruhig… die kommen wieder raus.

Er filmte sie beim Hineingehen und verharrte bewegungslos auf dem Jägerstand. Keine Kälte mehr. Schweiß.

Die Vier kamen nach 41 Minuten zurück. Die Rucksäcke waren gefüllt. Sie schlossen das Drahtgeflecht des Zaunes. Bei flüchtigem Hinschauen sah man das Loch im Zaun nicht.

Er war jetzt in Hochspannung. Es war wie ein Film. Surreal. Es gab nur ihn und die Vier. Die Welt um ihn herum verschwand. Fokus.

Sie waren an ihrem Fahrzeug zogen ihre Kleidung aus, wechselten die Schuhe. Jetzt waren sie fertig.

Jetzt packte auch er seine Ausrüstung zusammen, Kamera weg. Runter vom Jägerstand. Schnell und leise zum Auto.

Im Auto rief er an: „Ich bin dran. Sie kommen jetzt.“

Als die Vier auf die Hauptstraße fuhren gab er ihre Fahrtrichtung an den zweiten Ermittler durch.

An der nächsten Kreuzung übernahm er. Die Vier fuhren zur Stadt.

Jetzt konnten beide Ermittler folgen. Genug Fahrzeuge auf der Straße. Die Ermittler blieben im Verborgenen.

„Guten Morgen. Wir sind gerade an einer Diebesbande dran. Ich schlage vor, dass sie jetzt übernehmen.“

Fünf Minuten später fuhren die Vier in eine Polizeikontrolle….

Keine Routine
Und nochmal von vorne.

Was wusste er?

Die Firmeninhaber hatten bereits einige Informationen über Abläufe in der Firma, Wareneingänge und Mitarbeiter geliefert. Damit ließ sich einiges anfangen.

Die Diebe gingen offensichtlich routiniert vor. Sie kannten Zu- und Abgangsmöglichkeiten aus der Firma. Sie wussten, wann die Firma unbeobachtet und leer war… und sie wussten wann sich wertvolle Ware in der Firma befand.

Profis. Die machen das regelmäßig und nicht nur in dieser Firma. Er rechnete zusammen was die Diebe an einem erfolgreichen Abend so zusammenklauten. Das wäre ein ordentliches Sümmchen.

Gut. Nachdenken.

„So, hör zu … die arbeiten mindestens zu zweit. Wir haben derzeit aber nur einen der es sein könnte. Wir müssen uns erstmal auf den konzentrieren, das wird sonst uferlos….“.

Einsatzfahrzeug packen. Starten. Position beziehen. Warten.

„Da ist er. Lass ihm etwas Platz. Die observieren sicher auch gegen. Wir brauchen kein Risiko eingehen. Der Köder ist ausgelegt, wenn er dazugehört, dann klauen die heute oder morgen. Jetzt bitte Funkstille. Ich stehe genau neben ihm.“

Es vergingen Stunden. Der vermeintliche Dieb fuhr auch los, quer durch die Stadt, aber nicht zur Firma. Er traf sich nur mit einem Freund, so schien es zu diesem Zeitpunkt. Nur ein Treffen. Nur Quatschen mit einem Freund?!

„Wir brechen den Einsatz ab, heute passiert nichts mehr. Fahr nach Hause, wir telefonieren morgen früh. Danke dir.“ Der vermeintliche Dieb hatte die Firma an diesem Tag nicht aufgesucht. Vielleicht gehörte er doch nicht zu den Tätern?

„… mich haben gerade die Firmeninhaber angerufen. Wir müssen los. Geht das bei dir? In einer Stunde treffen wir uns. Die Position schick ich dir per Whatsapp…. bis gleich“.

Da war er wieder. Wieder bei dem Freund. Aber während seiner Arbeitszeit. Ungewöhnlich.

Bis zum Abend passierte trotzdem nichts. Der vermeintliche Dieb fuhr wieder auf seine Baustelle… und arbeitete, sogar noch länger als er hätte arbeiten müssen.

Dann ging es schnell. „… der fährt wie ein Henker. So ist er gestern nicht durch die Stadt geprügelt….“. Beide Ermittler hatten große Mühe ihn in der Stadt zu halten. Die Verfolgung mit zwei Einsatzfahrzeugen war zu auffällig.

„Abbruch. Wir fahren zu Firma. Wenn er dazugehört, dann kommen sie heute eh….“.

Es verging eine Stunde. Plötzlich schoss der Puls nach oben.

„Das gibt es doch nicht. Hast du das gesehen? Das Auto des Freundes von gestern. Ich werd verrückt. Heute passiert es. Er ist gerade mit seinem Freund sehr langsam an der Firma vorbeigefahren.“

„… wir müssen näher zusammenstehen. Wenn die tatsächlich in die Firma fahren, gehen die uns durch die Lappen. Pass auf, nicht das die uns noch sehen und stiften gehen…“

Die Ermittler zogen ihre Positionen näher zusammen.

„Da ist er wieder, wo fährt der hin? Da ist nichts…“

Die Halsschlagader pulsierte. Es konnte jeden Augenblick losgehen. Nur wieso ist er auf dieses Gelände gefahren. Da ist doch nichts.

„… da kommt er, siehst du ihn? Perfekt. Er fährt in die Firma. Lass ihm Zeit…“

Die 3 Minuten wirkten wie Stunden.

„… lass uns rein. Jetzt. Los. Los los los….“.

Der Dieb stand im Materiallager. Sein Blick war starr und fassungslos.

Der Firmeninhaber war nun auch vor Ort. Der Dieb… der Mitarbeiter… versuchte alles zu bestreiten. Doch seine Lage war ausweglos. Die Beweise lagen auf der Hand.

„… ja, bitte kommen sie zu folgender Anschrift. Ja, wir sind Privatermittler und haben gerade Täter auf frischer Tat gestellt. Meine Nummer sehen sie ja. Wir machen uns bemerkbar, wenn wir den Streifenwagen sehen. Danke.“

„… wir müssen warten, die Polizei kommt gleich…“.

Die Firmeninhaber waren dankbar für die Aufklärung, obwohl sie einen bis dato guten Mitarbeiter verloren. Ein guter Mitarbeiter und trotzdem ein Dieb… das Vertrauensverhältnis war gebrochen….

Erstattungsfähige Kosten

Gerichtsurteile zu Voraussetzungen der Erstattungsfähigkeit von Detektivkosten.

Verschwiegenes Einkommen

Einige Gerichtsurteile zu verschwiegenem Einkommen im Zusammenhang mit Unterhaltszahlungen.

Partnerschaft, Familie, Kinder

Gerichtsurteile im Bereich der Kindesentziehung, der Ehescheidung, des Trennungsunterhalts und der Nachehelichen Zahlungen.

Verdeckte Überwachung

Zum Thema Videoüberwachung und Überwachung durch Ortung per GPS gibt es ebenfalls bereits Gerichtsurteile.

Geschäftliches

Die Gerichte haben bereits Sachverhalte in den Bereichen Vertragsverletzung, Geschäftsgeheimnis und Bestechung geklärt.

4 + 13 =

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.